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DER ENTSPANNTE EKLETIZISMUS, mit dem Nolden eine unkonventionelle Gemütlichkeit in die Räume zaubert, lässt vergessen, dass diese mit Bedacht komponiert wurde. Die Geometrie der Beleuchtung, die Harmonie der Farben, die Absolutheit der Arrangements -nichts ist dem Zufall überlassen, alles hat seinen Sinn und seinen Platz. "Da bin ich ganz streng"", sagt Nolden, rückt einen Kerzenständer zurecht und rügt augenzwinkernd die Putzfrau, die sein Werk immer wieder in Unordnung bringt. Ein Maler wolle ja wohl auch nicht, dass jemand in seinem Bild herumpinselt.
 
Ein wichtiges Stilmittel des Interiorkünstlers ist der Kontrast. Die Opulenz der mythologischen Wandszenen wird durch die Primitivität der Sklavenmöbel konterkariert, venezianisches Barock wird mit karierter Baumwolle neu interpretiert. Erst durch Gegensätze entsteht Spannung und kommt etwas in Bewegung. Außerdem verhüten die Stilbrüche, dass emotionale Qualität in sentimentalen Kitsch ausarten könnte. Gefühle ja, sagt der gestrenge Arrangeur. "Aber Gefühlsduselei, das darf nicht sein!"
 
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