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Eine lange Eisenkette säumt die Wand im Flur. Wären die Dielen eine schwankende Hängebrücke, die zu einer verwunschenen Wasserburg
führt - man wäre dankbar dafür. Hier ist die Kette so nützlich wie ein dritter Schuh. Dafür sieht sie sehr schön aus und verrät etwas über den Besitzer der Altbauwohnung. Sie sagt: Herzlich willkommen im Traumschloss eines Romantikers. Bitte lassen Sie Ihren nüchternen Blick an der Garderobe zurück.
Der Romantiker heißt Peter Nolden, stammt aus Zürich, war früher Psychologe und führt seit einigen Jahren im gutbürgerlichen Hamburger Stadtteil Harvestehude das Geschäft "Peter Interior Design". Nur dreihundert Meter davon entfernt hat er in einem Jugendstil-Haus seine Wohnphantasien verwirklicht. "Ich möchte die Realität da draußen zwar kennen", erklärt er, "aber manchmal auch gern vergessen." Könnte Nolden wählen, würde er die sorglose Existenz eines Landadligen führen, der über Zeit und Geld nicht weiter nachzudenken braucht: "Eigentlich bin ich ein Mann des t8.Jahrhunderts." Dieses Lebensgefühl unbeschwerter Muße möchte er mit seinem Dekor ins Jetzt übertragen: weniger busy, mehr
cosy.
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